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Indirekte Folgen von Post-Conflict Peacebuilding - Eine Annäherung mit einer Fallstudie aus Mostar (Bosnien-Herzegowina) von Ilja C. Hendel 1999/2000 In kein anderes Land wurden bisher mehr internationale Helfer pro Einwohner entsandt als nach Bosnien-Herzegowina. Nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags von Dayton kam 1996 ein Ausländer der internationalen Gemeinschaft auf 50 Bosnier, um den brüchigen Frieden zu sichern und die Zerstörungen des Krieges auf allen Ebenen des Landes zu beheben. Nach fast vier Jahren Krieg galt es, mit umfangreichen Hilfsprogrammen das entstandene Leid zu lindern. Nach vier Jahren international geschützten Friedens sind aber noch viele Probleme ungelöst und es mehren sich die Stimmen, die den Erfolg der Mission in Frage stellen. In zwei Punkten aber war sie erfolgreich: Geschossen wird nicht mehr. Und jede neue Brücke, jede Baustelle wird von einem englischsprachigen Schild geziert: „Financed by ...“. Die vorliegende Arbeit geht daher der Frage nach, in welchen Bereichen, in welchem Umfang und mit welchen Folgen indirekte Effekte durch die hohe Präsenz internationaler Akteure nach vier Jahren Post-Conflict Peacebuilding in Bosnien-Herzegowina festzustellen sind. Die Arbeit basiert auf der Annahme, daß die Anwesenheit internationaler Organisationen und ihrer Mitarbeiter in einer vom Krieg zerstörten Region auch jenseits der offiziellen Aufbauprogramme die regionale Wirtschaftsstruktur beeinflußt: So benötigen nicht nur die internationalen Organisationen sprach- und ortskundige Dolmetscher und Fahrer, auch die internationalen Mitarbeiter sind angewiesen auf Wohnungen und Verpflegung. Durch beide Gegebenheiten entsteht eine Nachfrage der internationalen Organisationen, die von dem regionalen Angebot befriedigt werden muß. In vier Schritten nähert sich die Arbeit diesem bisher nicht systematisch untersuchten Problem der internationalen Sicherheitspolitik: In der einführenden Betrachtung von Kapitel 2 werden die veränderten sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen dargestellt, auf die 1992 der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Boutros-Ghali, mit der Vorstellung der Agenda for Peace reagiert hat. In ihr findet sich erstmals das Konzept des Post-Conflict Peacebuilding. In einer ersten begrifflichen Systematisierung soll darauf aufbauend, zwischen dem Missionssystem, als Begriff für die Akteurs- und Implementierungsvielfalt, und dem Regionalsystem, als Begriff für die Summe der politischen, ökonomischen und sozialen Faktoren in der Region, auf die sich das Mandat des Missionssystems bezieht, unterschieden werden. In Kapitel 3 wird die konkrete Ausgestaltung der Post-Conflict Peacebuilding Mission in Bosnien-Herzegowina untersucht. Es wird dort zunächst die Aufgabe der Mission anhand des Dayton Vertrags referierend zusammengefaßt. Dann folgt ein Überblick der an der Implementierung beteiligten Organisationen, um darauf aufbauend die indirekten Folgen der Mission darzustellen. Im 4. Kapitel werden die zuvor identifizierten indirekten Auswirkungen der Mission in Bosnien-Herzegowina um Erfahrungen anderer Peacebuilding Missionen ergänzt und systematisiert. Dabei wird die analytische Trennung in ökonomische, politische und soziokulturelle Auswirkungen vorgenommen. Die Ergebnisse dieser Einordnungen lassen sich anhand eines Rasters darstellen, das am Ende dieses Abschnitts steht. Nach der analytischen Einordnung der indirekten Folgen von Post-Conflict Peacebuilding begibt sich das 5. Kapitel von der allgemeinen Ebene im Charakter einer Fallstudie auf die konkrete Situation in Mostar, hinsichtlich indirekter ökonomischer Auswirkungen durch Post-Conflict Peacebuilding. Im abschließenden 6. Kapitel werden beispielhaft mögliche Konsequenzen zur Abschwächung der indirekten Folgen von Post-Conflict Peacebuilding dargestellt.
Auf Anfrage kann die ganze Studie als pdf angefordert werden.
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